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M·Powerment: Von Frauen für Frauen – ein Rückblick

Inhaltsverezeichnis

Es gibt Räume, die man nicht oft genug findet. Räume, in denen man nicht erklären muss, warum man müde ist. Nicht rechtfertigen muss, warum man vorsichtig ist. Räume, in denen Geschichten zählen, die sonst keinen Platz finden.

M·Powerment ist so ein Raum. Ein kostenloser Workshop-Zyklus von Diversity Connects, konzipiert von Frauen für Frauen, mit einem klaren Fokus: Empowerment, das nicht an der Oberfläche bleibt.

Viele Frauen tragen Geschichten in sich, die sie oft nicht erzählen dürfen. Das ändert sich hier.

Ein besonderer Moment: Vorstellung im Lindenmuseum

Am 19. März 2026 durften wir M·Powerment im Lindenmuseum Stuttgart vorstellen, im Rahmen der Anti-Rassismus-Wochen. Ein Ort mit Geschichte, ein Publikum mit Haltung. Dass wir genau dort, genau in dieser Woche, über ein Programm sprechen konnten, das Frauen mit Rassismuserfahrung stärkt, hat sich richtig angefühlt.

Ermöglicht wurde M·Powerment durch die Förderung von divers.kritisch.gut!, KubiS und dem Forum der Kulturen Stuttgart. Ohne diese Unterstützung wäre ein kostenloses Angebot dieser Qualität nicht möglich gewesen.

Was ist M·Powerment?

M·Powerment ist ein Brunch-and-Learn-Format, das mitten in Stuttgart-Mitte stattfindet. Das Konzept ist einfach: gemeinsames Ankommen, echte Inhalte, ehrlicher Austausch. Kein Frontalunterricht, kein Smalltalk-Pflichtprogramm.

Jede Einheit beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück und einer achtsamen Einstimmung. Dann folgen Input, Übungen, Gespräche. Und am Ende Soundhealing als gemeinsamer, verbindender Abschluss.

Für wen ist dieser Workshop?

Die ehrliche Antwort: für alle Frauen. Aber mit einem besonderen Herz für die, die in anderen Räumen oft nicht ganz ankommen:

  • Frauen mit Diskriminierungserfahrung
  • Frauen, die echte Verbindungen und ein belastbares Netzwerk suchen
  • Frauen, die sich beruflich weiterentwickeln und neue Perspektiven entwickeln wollen
  • Frauen, die einfach neugierig sind und Inspiration suchen
  • Frauen, die einen Safe(r) Space brauchen, in dem sie so sein dürfen, wie sie sind

Die vier Themen im Überblick

1. Finanzen: Wissen, das wirklich zählt

Geld ist ein Thema, über das Frauen zu selten sprechen dürfen und das sie zu oft alleine tragen.

In dieser Einheit haben wir die Zahlen angeschaut und persönlich gemacht: Was bedeutet der Gender Pay Gap konkret für meine Rente? Wie viel verliere ich im Laufe meines Lebens durch unbezahlte Sorgearbeit, Teilzeit, Diskriminierung?

  • Pay Gap und Pension Gap verstehen: warum Frauen weniger verdienen und was das langfristig bedeutet
  • Grundlagen von der Kontostruktur bis zu ETFs, Aktien und Bausparverträgen
  • Finanzielle Unabhängigkeit als Schutz: besonders für Frauen, die mehrfach benachteiligt sind, ist das keine Option, sondern eine Notwendigkeit
  • Wirtschaftliche Souveränität: Wer finanziell unabhängig ist, kann in hierarchischen Systemen klarer Grenzen ziehen und mutiger für sich und andere einstehen

2. Achtsamkeit: In einer Welt, die ständig etwas will

In einer Welt, die ständig etwas von mir will: Wie finde ich wieder zu mir selbst?

Keine stundenlange Meditation, die sich niemand in den Alltag einbauen kann. Sondern echte, alltagstaugliche Werkzeuge:

  • Geleitete Atemübungen mit einer Achtsamkeits-Expertin: wie gezielte Atemtechniken das Nervensystem beruhigen und erden
  • Kleine Achtsamkeitsübungen, die wirklich in jeden Tag passen
  • Stressmuster erkennen, Bedürfnisse wahrnehmen, Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen
  • Soundhealing als kollektive Erfahrung: Klang als Werkzeug, der den Körper entspannt und eine tiefe Verbindung im Raum schafft

3. Empowerment: Die eigene Kraft verstehen

Empowerment bedeutet nicht, dass alles gut ist. Es bedeutet, zu wissen, dass man nicht allein ist, und Werkzeuge zu haben, um das nächste Mal anders dazustehen.

  • Biases entlarven: Unbewusste Denkmuster sind keine Schwäche, sie sind menschlich. Wir haben geschaut, welche uns selbst beeinflussen
  • Intersektionalität: Wir sind nicht nur Frau, nicht nur mit Migrationsgeschichte, nicht nur jung oder alt. Mehrfachzugehörigkeit ist nicht nur komplex, sie ist eine Stärke
  • Grenzen setzen: Nein sagen ohne Erklärung, ohne schlechtes Gewissen
  • Allyship: Füreinander eintreten ist kein Akt der Nächstenliebe, es ist Haltung

4. Selbstwert: Identität kennen, Vertrauen stärken

Wer bin ich? Was ist auf dem Weg vielleicht verschütt gegangen und steckt immer noch in mir?

  • Identität und Werte: Die eigene Herkunft nicht als Last, sondern als Fundament begreifen
  • Stärken-Profil: Den Blick umkehren und sehen, was uns ausmacht und was uns trägt
  • Die Heldinnenreise: Persönliche Erfahrungen, auch schwierige, als Grundlage von Stärke und Wachstum
  • Grenzen schützen: Nein sagen ohne sich erklären zu müssen
  • Selbstakzeptanz: Vertrauen in die eigene Genügsamkeit und Kompetenz

Was haben wir erreicht?

Vier Themen. Vier Trainerinnen. 50 Frauen. 100% kostenlos.

Das sind die Zahlen. Was dahinter steckt, lässt sich schwerer messen: Verbindungen, die im Brunch begonnen haben und über den Workshop hinaus bestehen. Frauen, die das erste Mal laut ausgesprochen haben, was sie schon lange wussten. Momente, in denen ein Raum einfach sicher war.Das war erst der Anfang. M·Powerment wächst weiter, weil der Bedarf da ist und die Wirkung spürbar